Eppstein steht Kopf

(im Original: „Der Revisor“)

MAN DENKT NICHTS BÖSES UND SCHON IST ES DA!

Wie schreibt das Frankfurter Schauspielhaus so schön:

„Was lässt sich über Nikolai Gogols Kleinstadt und deren Justiz, Post, Schul und Gesundheitswesen in seiner Komödie »Der Revisor« sagen?
Vielleicht, dass sie ein Spiegelbild von Sepp Blatters FIFA sind, denn alle sind bis ins Mark hinein korrupt. Jeder lässt sich schmieren, wo und wie er nur kann, und niemanden scheint es zu stören.
Einziges Haar in der Suppe sind die Revisoren aus der Hauptstadt, die den Provinzfürsten von Zeit zu Zeit auf die Finger sehen. Und als sich ein solcher ankündigt, bricht unter den Honoratioren Panik aus:
Was tun, wenn der Revisor am Ende unbestechlich ist?
Gogols berühmte Verwechslungskomödie ist ein boshafter Kommentar zu klammen Staaten und Verbänden, über Korruption im Namen des Volkes und der Gier als Antrieb menschlichen Handelns.“

Zum Inhalt:
In einem kleinen hessischen Städtchen wird die Nachricht verbreitet, ein Revisor sei inkognito auf dem Weg in die Stadt. Alle Beamten der Stadt, allen voran der Bürgermeister, fürchten sich vor diesem Besuch. Schließlich hat jeder von ihnen Dreck am Stecken: Sie lassen sich schmieren, bestechen oder erfüllen ihre Aufgaben nicht.
Gleichzeitig ist ein junger Mann, namens Schlesiger, aus Wiesbaden in einem Gasthaus abgestiegen. Seit zwei Wochen wohnt er dort und hat noch keine Rechnung bezahlt, sondern sich immer alles anschreiben lassen. Schnell geht das Gerücht um, der junge Mann sei der Revisor. 
Bald kommt es zum Zusammentreffen der beiden Parteien. Schlesiger denkt, er werde wegen der unbezahlten Rechnungen gleich abgeführt, und rastet aus. Er schreit herum und beschwert sich, dass das Essen sowieso nicht schmecke. Der Bürgermeister ist durch diesen Ausbruch völlig eingeschüchtert und noch mehr davon überzeugt, es mit einem richtigen Staatsbeamten zu tun zu haben. Er beruhigt Schlesiger und denkt, er müsse das Inkognito-Spielchen mitspielen. Schlesiger erzählt hier aber seine wahre Geschichte: dass er vom Vater aus Wiesbaden zurückbeordert wurde, weil er es dort in der Kanzlei noch zu nichts gebracht hat. Mit der Heimreise lässt er sich allerdings ein wenig Zeit, weil er überhaupt keine Lust hat, nach Hause zu gehen. Jedoch habe er kein Geld mehr. Der Bürgermeister steckt ihm schnell Taler als Schmiergeld zu. Er bietet ihm auch an, bei sich im Gästezimmer zu wohnen. Nun werden Schlesiger verschiedene Besichtigungstouren durch die Stadt geboten verschiedene Besichtigungstouren durch die Stadt geboten, und dabei wird ihm immer wieder etwas Geld zugesteckt. Er denkt erst, die Leute hier seien sehr gutmütig und großzügig, begreift dann aber irgendwann, dass sie ihn wohl mit jemand anderem verwechseln. Trotzdem spielt er das Spiel fröhlich weiter, verlobt sich sogar mit der Tochter des Bürgermeisters. Kurz danach macht er sich aus dem Staub. Während die Beamten in der Stadt die Verlobung feiern, tritt der Postmeister auf, der einen Brief von Schlesiger an einen Freund geöffnet hat. Darin macht er sich über die Leute in der Stadt lustig, und der Schwindel fliegt auf. Schlesiger ist allerdings längst über alle Berge – und noch viel schlimmer: Der echte Revisor wartet …

Aufführungstermine:

am Freitag 10. Juni 19:30 Uhr, am Samstag 11. Juni 19:30 Uhr, 

am Freitag 17. Juni 19:30 Uhr und am Samstag 18. Juni 19:30 Uhr

PERSONEN:

Anton Schneider, Bürgermeister – Volker Steuernagel

Anna, seine Frau – Nicola Sasse

Magdalena, seine Tochter – Lorraine Bilo

Freya, Hausmädchen – Kristin Seemayer

Olga Cuntz, Krankenhausverwalterin – Juliane Rödl

Dr. Christiana Hiebner, Bezirksärztin – Katrin Jakobi

Arno Guckes, Richter – Knut Vollmuth

Ludowika Holzapfel, Schulrätin – Linda Kratz

Irma Ruckelshausen, Poststellenleiterin – Susanne Waldmann

Heinrich Bormann, Polizeichef – Stefan Steyer

Friedrich Pückler, Stadtbewohner – Richard El Duweik

Friedrich Bückler, Stadtbewohner – Florian Schrimpf

Drei Kaufleute – Erich Schlosser, Erhard Waldmann, Daniel Strauß

Eine Unteroffizierswitwe – Helga Terzka

Mina, eine Kellnerin – Clara Jakobi

Alexander Schlesiger, Beamter aus Wiesbaden – Valentin Wedekind

Oskar, sein Diener – Ronny Skowronnek

Souffleuse:

Kerstin Adner

Regie:                               Co-Regie:

Dr. Peter Strauß             Gerda Bimmel

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